FSLogix Profile Container vs. Citrix User Profile Manager

In diesem Blogbeitrag versuche ich die Frage zu beantworten, ob FSLogix eine ernsthafte Alternative zum Citrix User Profile Manager wäre.

Meine erste Berührung mit FSLogix-Produkten hatte ich im Jahr 2015. Damals war FSLogix wenig bekannt und wurde in Deutschland nur von der Firma Prianto vertrieben. Auch der primäre Fokus wurde überwiegend auf die Image Masking Technology gelegt. Damals hat sich FSLogix als eine Alternative zu VMware App Volume (CloudVolumes) und Citrix AppLayering (unidesk) positioniert und sogar wesentliche Vorteile bei Kombination von FSLogix mit Citrix AppDisk versprochen. Der echte Durchbruch kam erst nachdem reale IT-Probleme, wie z.B. OST-Redirect, zwingende Windows-Search Deaktivierung adressiert wurden. Durch die Verbreitung von Office 365 wurde ein Produkt (Office 365 Container) aus dem FSLogix Portfolio wirklich populär, sodass FSLogix im November 2018 von Microsoft übernommen wurde.

FSLogix beinhaltet die folgenden Komponenten:

  • Profile Container
  • Office365 Container
  • Application Masking
  • Java Version Control

Im Weiteren werden wir uns nur auf Profile Container konzentrieren.

 Wie man leicht erkennen kann, sind die Installer in den letzten vier Jahren massiv gewachsen:
 FSLogix Version 2.0.1997.1    FSLogix Version 2.9.7237.48865 
FSLogix 2.0.1  FSLogix 2.9.7

 

Architektur und Funktionsweise

Wie man auf dem unteren Bild erkennen kann, besteht FSLogix Profile Container aus wenigen Komponenten:

 

FSLogix Architecture Profil Container

 

1. FSLogix-Agent ist eine Software Komponente, die alle Funktionalitäten beinhaltet. Der FSLogix-Agent kann auf physischen PCs, virtuellen Desktops, Servern oder in einem Master-Image installiert werden.

2. ADMX Templates / Gruppenrichtlinien werden dafür genutzt, um die Agenten zentral zu konfigurieren. Bei Bedarf kann die Konfiguration direkt in der lokalen Registry vorgenommen werden.

3. FileShare ist ein SMB-basierter Ablageort für die Containers.

4. Container ist immer eine VHD-Datei (oder VHDX), die ein Benutzer-Profil beinhaltet. Der Be­griff Container ist irreführend, da wir hier über eine virtuelle Festplatte sprechen. Es wäre auch richtig zu sagen, dass ein Container ein Ordner ist, welcher eine VHD-Datei beinhaltet.

Wenn Sie das Format (über die GPO-Einstellungen) nicht anpassen, wird eine VHD-Datei erstellt. Die initiale Größe des FSLogix Containers ist nur 110 MB. Die Profile können aber schnell (je nach Userverhalten) über 1 GB groß werden. Das Löschen von Dateien macht die VHD-Datei nicht kleiner. Eine integrierte Methode die VHD-Datei zu verkleinern gibt es nicht. (Shrinking a VHDX)

FSLogix UserContainer

FSLogix Profile Container wandelt das Benutzer-Profil in eine VHD(X)-Datei um und leitet diese auf eine Netzwerk-Freigabe um. Während der Benutzer sich anmeldet, stellt der Agent eine Verbindung mit dem FileShare her und prüft, ob für den angemeldeten Benutzer eine VHDX-Datei existiert. Wenn das der Fall ist, wird diese virtuelle Platte in dem Ordner C:\Users\ gemountet. Wenn auf dem FileShare keine entsprechende VHD(X)-Datei gefunden wird, wird für den Benutzer eine neue erstellt und gemountet.

 FSLogix Architecture Profil Container 2

Office365 Container und / oder Profile Container

Technologisch gesehen sind beide FSLogix Funktionen sehr ähnlich.  Profil Container wurde als eine voll umfängliche Profillösung entwickelt. Office365 Container auch Office Data File Containers (ODFC) genannt, war primär als eine Lösung für die großen Office Dateien (wie z.B. Outlook OST, Search Index, OneDrive Data) vorgesehen, die ein „normales“ Profil extrem vergrößern können. Office365 Container ist mit den anderen Profillösungen kombinierbar. Faktisch beinhaltet ein Profile Container auch die Office Daten. Es wäre auch aus Stabilitäts- und Backup-Gründen sinnvoll beide Lösungen gleichzeitig einzusetzen. Unter Stabilitäts- Gründen verstehe ich eine mögliche Notwendigkeit die korrupten OST-Files neu zu erstellen. Da die Office365 Container sehr schnell mehrere GB-Größe erreichen können, wäre es sinnvoll separate Backups zu erstellen.


 

Vergleich FSLogix Profil Container mit Citrix UPM

Gemeinsamkeiten

Wenn wir die zwei Produkte miteinander vergleichen, finden wir zuerst auch einige Gemeinsamkeiten in der Konfiguration:

  • Ein FileShare oder User Store wird zur Speicherung der Benutzer-Profile / Profil Container verwendet. In beiden Fällen spricht man über ein SMB Fileshare. Die Frage der Performance, Hochverfügbarkeit und Sicherung sollte bei jeder Lösung gestellt werden.
  • Ein ADMX Template wird für die Konfiguration verwendet
  • Für beiden Lösungen wäre es zu empfehlen die Benutzer-Daten vom Profil zu trennen. Dies wird weiterhin mit Hilfe der Ordner-Umleitung realisiert.

 

Pro User Profil Management

In Punkto Konfiguration und Überwachung hat der User Profil Manager wesentliche Vorteile:

  • Citrix Director zeigt detaillierte Informationen über die Profil Inhalte.
  • Die UPM Konfiguration kann sowohl über Citrix-, Microsoft-Richtlinie, als auch über die WEM Konsole konfiguriert werden.
  • Die Profil-Inhalte können wesentlich granularer (Include/Exclude obwohl auf Datei, als auch auf Verzeichnis Ebene) angepasst werden, sodass ein UPM Profil nicht unendlich wächst.   
  • Der Citrix Director hat auch eine Möglichkeit ein korruptes Profil schnell zurückzusetzen.

 

Pro Profil Container

Schnelligkeit: Der Hauptunterschied und gleichzeitig Hauptvorteil des FSLogix Container ist die Art der Bereitstellung. Wenn man beide Produkte vergleicht, dann sehen wir einen klassischen Vergleich: Block Level vs. File Level.

Eine VHD(X)-Datei wird in wenige Millisekunden gemountet. Der Benutzer greift auf die eigenen Profildaten übers Netzwerk zu. Eine file-basierte Profil-Lösung (wie UPM) braucht wesentlich mehr Zeit, um einzelne Files zu übertragen, bevor Sie zugriffsbereit in dem Benutzerprofil liegen. Infolgedessen kann sich ein Benutzer schnell anmelden und schneller die Applikationen starten, was letztlich zu einer besseren User-Experience führt.

Der FileShare war ein Single Point of Failure. Seit der Einführung der Cloud Cache Funktion ist die Netzwerkverbindung zwischen dem Client und dem SMB-Share kein kritischer Punkt mehr sein. Wenn die Nutzung dieser Funktion konfiguriert ist, werden die vom SMB-Share geladenen Daten zwischengespeichert. Der Cloud Cache kann die Profil Container an mehreren  Standorten (bis 4) speichern und dadurch für Hochverfügbarkeit sorgen.

Ein weiterer Pro-Punkt ist die Möglichkeit alle bereits installierte Funktionen von FSLogix zu nutzen: Office365 Container, Application Masking.  Application Masking - diese Funktion ist eine von wenigen Möglichkeiten, die erlaubt die Verwendung von Lizenzen bedarfsgerecht zu steuern. Die typische Bespiele sind MS Project oder MS Visio.

Fazit:

Wie man  sieht, hat jede Technologie ihre Vor- und Nachteile. FSLogix als umfangreiche Lösung kann definitiv Mehrwert bieten. Als ein Microsoft Kunde haben Sie das Produkt mit den RDS CALSs / SALs bereits gekauft. Für FSLogix spricht auch ein einfaches und schnelles Deployment. 

Folgende Fragen / Überlegungen sind umgebungsspezifisch und sollen vorab geklärt werden:

  • Wenn Sie bereits sehr kleine Profile haben, lohnt sich der Umstieg für Sie?
  • Sollten die bestehenden Profile migriert werden? Lohnt sich der Aufwand?

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.