Machine Creation Services (MCS) vs. Provisioning Services (PVS) – Vorteile – Nachteile - Vergleich

Was ist besser MCS oder PVS, wird seit vielen Jahren intensiv diskutiert. Es gibt Befürworter und Gegner der beiden Technologien. Ich liege wohl nicht ganz falsch, wenn ich behaupte, dass die Befürworter der PVS immer noch in der Mehrheit sind.

Jede Technologie hat ihre Vor- und Nachteile. Oft sind die Nachteile einer Technologie gleichzeitig die Vorteile der anderen. Beide Technologien verfolgen ein gemeinsames Ziel, nämlich eine schnelle Bereitstellung der virtuellen Maschinen innerhalb einer XenDesktop Infrastruktur. In beiden Fällen wird ein Master-Image erstellt und an die jeweiligen Zielsysteme verteilt.

 

MCS vs PVS

PVS streamt die vDisks über das Netzwerk auf die Zielgeräte. MCS nutzt die Hypervisor-Funktionalität um die VMs zu erstellen. Grobgesagt PVS ist netzwerklastig, MCS ist Storage-lastig.

MCS - Funktionsprinzip | Öffnen

PVS - Funktionsprinzip | Öffnen

Ein lesenswerter Artikel zum Thema IOPS finden Sie hier: The IOPS Battle Continues: PVS vs MCS

Provisioning Services

PVS - Nachteile

Der Hauptnachteil bei der Einführung der PVS ist die zusätzliche Komplexität und damit verbundene Kosten.

- PVS benötigt einige zusätzliche Infrastruktur-Komponenten:
    -- PVS-Server (2 Server zwecks Hochverfügbarkeit)
    -- PVS-Store (da werden die vDisks abgelegt)
    -- Zusätzliche DHCP-Optionen (66 und 67)
    -- eine eigene MS-SQL Datenbank
    -- Templates für VMs
- Die Managementkonsole ist ziemlich veraltet und nicht besonders intuitiv. Die bleibt seit mehreren Jahren unverändert
- PVS ist netzwerklastig, aber in modernen Netzen ist nicht die Rede wert.
- PVS ist nicht Cloud-fähig.
- PVS kann nur innerhalb des lokalen Netzes verwendet werden.
- Die Erstellung des Master-Images ist zeitaufwendiger.

PVS - Vorteile

  • PVS bietet eine bessere Möglichkeit zur Versionierung.
  • Ein Rollback kann in die kürzeste Zeit durchgeführt werden und zwar für Tausende VMs.
  • Es besteht die Möglichkeit die physischen Systeme zu booten.
  • Alle Änderungen werden nach einem Reboot zurückgesetzt.
  • Es wird deutlich weniger Storage-Platz benötigt.
  • Die Storage-Anforderung / Belastung ist wesentlich geringer als bei MCS.
  • Es ist sogar möglich, ein Image sowohl für eine virtuelle, als auch für eine physische Umgebung zu verwenden.
  • Eine standortübergreifende Synchronisierung der vDisks ist möglich

Wenn der XenServer in der Version 7.1 (oder höher) als Basis genutzt wird, reduziert die eingeführte Caching-Technologie (PVS-Accelerator) der Netzwerklast. Die vDisk wird einmal zum XenServer übertragen und in Cache zwischengespeichert, so dass nur eine VM über das Netzwerk gesteamt wird, die restliche werden aus dem Cache gestartet.

How to Configure XenServer PVS-Accelerator? CTX220735

Machine Creation Services

Citrix hat die MCS Funktionalität massiv verbessert. In der Version XenDesktop 7.9 wurde die neue Techlologie namens „MCS Storage Optimization“ eingeführt. . Dadurch wird die Last reduziert und die Performance verbessert.  Die Funktionalität ist der PVS-Option „Cache in Device RAM with Overflow on Hard Disk“ identisch.

Weitere Informationen: Introducing MCS Storage Optimization

MCS - Nachteile:

  • Beansprucht wesentlich mehr Zeit für Rollout und Rollback*
  • Höhe Storage-Anforderung in Bezug auf Boot-Storm*
  • Höher Platz-Bedarf*
  • Nur die virtuelle Ziel-Systeme

* von eingesetzten Storage-Systemen und Anzahl der angebundenen Datastores abhängig. Bei der Planung es ist auch wichtig zu wissen, wie oft die Systeme upgedatet werden.

 

MCS Image Verteilung

Das Bild illustriert den Update-Vorgang. Bei jeder Aktualisierung des Maschinenkataloges wiederholt sich der Vorgang (Schritte 1-3). Die Base Disk wird auf allen angeschlossenen Datastore kopiert. Je mehr Datastore wurde bei der Hosting-Konfiguration angeschlossen, desto langsamer wird der Gesamtvorgang.


Die Verwendung von All-Flash-Array (wie z.B. PureStorage) kann die Boot-Storm Probleme eliminieren. Die Verwendung von Data-Duplizierung minimiert den Platz-Bedarf.

MCS Vorteile:

  • Keine Zusatzkomponenten sind notwendig (SQL, Store, DHCP)
  • Die Funktionalität ist in Studio integriert
  • Keine weitere (separate) Management-Konsole wird benötigt
  • Es sind keine zusätzlichen Kenntnisse notwendig
  • Cloud-fähig (Microsoft Azure, Amazon AWS)

 

Schritte, die für die Image-Aktualisierung notwendig sind:

MCS – System-Anpassung

1. Master-VM starten
2. Änderungen vornehmen
3. Master VM ausschalten
4. Snapshot erstellen
5. Maschinenkatalog auf Basis des Snapshots aktualisieren

PVS – System-Anpassung

1. neue vDisk Version (Maintenance Scheibe) erstellen.
2. Wartung-VM starten
3. in Boot-Menü einen Maintenance Disk auswählen
4. Änderungen vornehmen
5. Wartung-VM ausschalten
6. Promote to Production
7. die VMs aus der Kollektion neu starten

Fazit

Wie man sieht, hat jede Technologie ihre Vor- und Nachteile. Es gibt Szenarien, in denen eine Technologie optimaler als die andere verwendet werden kann. Im Rahmen eines Proof-of-Concept können Sie schnell erste Erfahrungen sammeln und eine richtige Entscheidung treffen.

Für mich persönlich ist die Geschwindigkeit des Rollbacks auf die vorherige Version zu einer der Hauptvorteile von PVS. Sie müssen nur die gewünschte Version in den Datenträgereigenschaften auswählen und die mit der vDisk verbundenen Zielsysteme neu starten. In MCS gibt es zwar eine "Rollback Machine Update" - Funktion. Die Rollback-Zeit ist in diesem Fall von der Geschwindigkeit und der Anzahl der Speicherknoten extrem abhängig. Ein weiterer unbestreitbarer Pluspunkt von PVS ist die Fähigkeit, dass dieselbe Festplatte in drei Modi gleichzeitig befinden kann: Wartung, Testen und Produktivbetrieb.

Wollen Sie Ihre Routinearbeiten einfacher gestalten, wählen Sie MCS. Sie wollen eine neue Herausforderung annehmen, verwenden Sie PVS.

 

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